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Entscheidungsprozess
Soll ich mich für die Oozytenspende entscheiden?
Ratschläge des Psychologen
Die Empfängerinnen der gespendeten Oozyten kämpfen gewöhnlich mit vielen Befürchtungen und werden von vielen Fragen gequält, auf deren Antworten sie neugierig sind. Was ist wichtig, vor dem Eintritt ins Programm der Oozytenspende zu machen?
Vier wichtigste Schritte:
- Schritt 1: vor allem mit sich selbst fertig werden, Ruhe in die Seele bringen
- Schritt 2: den Traum mit der Wirklichkeit zusammenfügen
- Schritt 3: über das Kind nachdenken
- Schritt 4: Familie, Freunde und Umgebung mit Ihrer Entscheidung bekannt machen.
Bei der Entscheidung denken Sie daran, was Sie machen müssen:
" Beschäftigen Sie sich schrittweise mit Ihren Problemen – bemühen Sie sich nicht,alle auf einmal zu lösen
" Sorgen Sie nicht nur für sich, sondern auch für ihr Eheleben
" Zögern Sie nicht um Hilfe zu bitten, nur dann bekommen Sie Unterstützung, die Sie wollen und brauchen
" Denken Sie immer an Ihr Ziel – Sie wollen ein Kind haben
Schritt 1 – Mit sich selbst fertig werden
1. In welcher Phase der Unfruchtbarkeitsbehandlung befinden Sie sich? Die Paare kommen ins Programm der Oozytenspende in völlig unterschiedlichen Phasen des Prozesses der Unfruchtbarkeitsbehandlung.
2. Trauerten Sie über den Verlust Ihres eigenen Kindes oder über den Verlust des Kindes von Ihrem Partner?
3. Werden Sie akzeptieren, dass mit Ihrem Leben und mit dem Leben Ihres Kindes immer bis zum gewissen Maße eine dritte Person verbunden wird (und im Falle der Benutzung von gespendeten Spermien auch eine vierte Person)?
Empfehlungen:
Lassen Sie sich genügend Zeit zur Lösung des Problems, denn Ihre Entscheidung wird Ihren ganzen Rest des Lebens beeinflussen, und deshalb ist es nicht nötig zu eilen. Sie müssen nicht in allen Problemen, die mit Ihrer Entscheidung verbunden sind, hundertprozentig sicher sein, aber im großen und ganzen sollten Sie in Übereinstimmung mit der Entscheidung sein, die Sie verwirklichen wollen. Eine große Hilfe für Sie könnte Beratung mit einer Person sein, die das Programm der Oozytenspende versteht und die Sie in Ihrer Entscheidung unterstützen könnte.
Schritt 2: den Traum mit der Wirklichkeit zusammenfügen
1. Haben Sie gründlich alle Gefühle in bezug auf die Oozytenspende mit Ihrem Partner besprochen? Haben Sie diese Methode von weiteren Möglichkeiten gewählt, wie z. B. Ausnützung der Adoption oder Leben ohne Kind?
2. Im Falle, dass das Sperma von Ihrem Partner stammt, wie ist Ihr Standpunkt zu der Tatsache, dass einer von Ihnen beiden ein genetisches Elter ist und der andere nicht?
3. Mit welchen ehelichen- und Kommunikationsproblemen müssen Sie während der Behandlung fertig werden?
4. Wie werden Sie sich damit abfinden? Vermuten Sie, dass Ihre Ehe genügend stark und stabil ist, dass Sie den gewählten Weg und nachfolgende Elternschaft absolvieren?
Empfählungen:
Gönnen Sie sich genügend Zeit zur Besprechung von allen Fragen und Problemen, bevor Sie mit Ihrem Partner um Hilfe bitten. Sprechen Sie zusammen, denken Sie nach, diskutieren Sie so, dass Sie zur Entscheidung kommen, die direkt aus der Seele kommt. Sie sollten nicht nur gemeinsame Vorstellung, sondern hauptsächlich Überzeugung davon haben, was Sie unternehmen wollen. Es wird Ihnen in der Zeitspanne helfen, wenn Sie einzelne Behandlungsprozesse absolvieren und auf die Reaktionen Ihrer Umwelt reagieren werden. Wenden Sie sich an andere Paare oder suchen Sie Hilfe bei anderen Paaren, die schon diesen Prozess kennen oder die schon ein Kind nach der Infertilitätsbehandlung durch Oozytenspende haben. Falls irgendwelche ernste Probleme in der Ehebeziehung vorkommen, zögern Sie nicht und suchen Sie Hilfe in den Eheberatungsstellen noch bevor Sie sich entscheiden und sich ins Programm der Oozytenspende anmelden.
Schritt 3 – Kind
1. Im Falle, dass Sie sich für die Oozytenspende entscheiden, beraten Sie sich mit Ihrem Partner und diskutieren Sie ausführlich darüber, was Sie beide für das Wichtigste für Ihr Kind halten, das Sie nach der Oozytenspende zur Welt bringen werden. Wenn Sie den Prozess der Infertilitätsbehandlung absolviert haben, ist es einfach sich vorzustellen, "dass jedes Kind prima ist". Gönnen Sie sich Zeit, sich mit den Fragen auseinanderzusetzen, dass das Kind mit Ihnen nicht genetisch verwandt sein wird, dass sein Aussehen, seine Intelligenz, Natur oder sein Talent anders sein werden.
2. Haben Sie schon die Embryonenanzahl vereinbart, die Ihrer Partnerin in die Gebärmutter transferiert werden? Wieviel Kinder wird Ihre Frau fähig sein auszutragen, und wieviel Kinder werden Sie erziehen wollen? Wie ist Ihr Standpunkt zur selektiven Reduktion der Fötenanzahl? Kennen Sie die Risiken des Abortes im Falle der mehrzähligen Schwangerschaft oder selektiven Reduktion? Wie werden Sie reagieren und sich fühlen im Falle der Geburt eines Kindes mit angeborenem Fehler?
3. Was werden Sie Ihrem Kind über seine Herkunft sagen und wann werden Sie es tun? Im Falle, dass Sie sich entscheiden, es dem Kind nicht zu sagen, bringen Sie zustande diese Tatsache vor allen zu verheimlichen? Wissen Sie, dass es für das Kind furchtbar wäre, wenn es von einer anderen Person erfahren sollte?
Empfehlungen:
Stellen Sie beide unabhängig eine Prioritätenliste zusammen, vergleichen Sie sie gegeneinander und dann notieren Sie Prioritäten, die übereinstimmen und die sie zusammen vereinbaren können. Wenden Sie sich an Ihren Arzt und besprechen Sie mit ihm ihren Gesundheitszustand und Probleme, die Sie haben, und was für Möglichkeiten gibt es für Sie noch bevor Sie sich für das Programm der Oozytenspende entscheiden. So werden Sie genug Zeit haben, alles zu erwägen. Suchen Sie sich Informationen aus über die Erziehung der Adoptivkinder oder Kinder, die nach der Oozytenspende geboren wurden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sprechen Sie mit den Paaren, die ein Adoptivkind oder ein Kind, das nach der Oozytenspende geboren wurde, haben.
Schritt 4 – Mitteilung der Entscheidung der Familie, den Freunden und der Umgebung
1. Wenn Sie sich für das Programm der Oozytenspende entscheiden und der ganze Prozess beginnt, sind die ersten, die es erfahren sollten, Leute, von denen Sie überzeugt sind, dass sie ihnen am meisten behilflich sein werden. Sagen Sie ihnen auch, wem Sie diese Information sagen wollen, bitten Sie um Diskretion und dass sie diese für Sie so persönliche Informationen nicht weiter mitteilen. Jeder Person erklären Sie deutlich, was für Unterstützung Sie von ihr brauchen werden.
2. Bereiten Sie sich darauf vor, dass manche Leute einen negativen Standpunkt haben werden, manchmal wegen Befürchtungen, Glauben oder Mangel an Informationen. Im Falle, dass es Personen aus Ihrer nächsten Umgebung sind, probieren Sie, sie in irgedeine Behandlungsphase einzuschalten, so werden sie die Therapie besser verstehen und Ihnen helfen können.
3. Wenn Sie sich entscheiden, dass Sie beim Informieren zurückhaltend vorgehen werden, denken Sie daran, dass es vorteilhaft ist, offen zu sein, weil Sie dann nichts verheimlichen müssen.
4. Auch wenn Ihre Befürchtungen von der Reaktion der Umgebung auf Kinder, die nach der Oozytenspende geboren wurden, begründet sind, rechnen Sie damit, dass schon in naher Zukunft die Anzahl der nach der Oozytenspende oder nach anderen Methoden der assistierten Reproduktion geborenen Kinder immer wachsen wird. Und so werden diese Kinder immer mehr und mehr akzeptiert.