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Begleiter durch Unfruchtbarkeit
Begleiter durch Unfruchtbarkeit
Gegenwärtig haben die Paare mit gesenkter Fertilität eine große Auswahl der Möglichkeiten von therapeutischen Methoden. Die Entscheidung wird immer durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst.
Interessieren Sie sich immer für die Erfolgsrate der Methode bei Erreichung der klinischen Schwangerschaft! Ebenso wichtig ist die Therapiedauer, Häufigkeit der Besuche, Preis der Behandlung, Deckung der Kosten durch die Krankenkasse und auch ethische-, religiöse- und Arbeitsprobleme.
Erste Informationen über die Unfruchbarkeit
Wie wir schon erwähnten, ist die Bewertung der Fertilität des Paares ein allmählicher Prozess. Eine genaue Bewertung und Untersuchung von beiden Partnern kann zur Feststellung der Infertilitätsursache und zur folgenden erfolgreichen Behandlung führen. Manche Fälle sind sehr einfach, was die Diagnostik betrifft, manche brauchen eine tiefere und genauere Untersuchung.
Bei manchen Paaren ist die Infertilität nur mit einem Faktor verbunden (gesenkte Spermienanzahl, Undurchgängigkeit der Eileiter), bei anderen sind die Probleme kombiniert. In etwa 10% der Paare ist es unmöglich, trotz der Benutzung von modernsten diagnostischen Verfahren, die Ursache der Infertilität eindeutig festzulegen.
Durch Bewertung Ihrer Untersuchungen kann der Arzt eine bessere Übersicht über Ihr Problem gewinnen und wird Ihnen entsprechende Therapie anbieten können.
Vorhergehende Erkrankungen (medizinische Anamnese)
Die Bewertung eines infertilen Paares beginnt meistens mit der Frage an beide Partner nach durchgemachten Erkrankungen, Verordnung der Medikamente und evenuellen chirurgischen Eingriffen.
Der Arzt sollte Sie fragen nach:
vorherigen Schwangerschaften (mit diesem oder ehemaligem Partner)
durchgemachten chirurgischen Eingriffen
durchgemachten Infertilitätsuntersuchungen
Risiken Ihres Berufes
vorherigen Infektionen Ihres Genitaltraktes
Verordnung der Antikonzeption
Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs
Verpflegung und Übergewicht.
Bei der Frau sollte der Arzt weiter fragen nach
der Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus, Stärke der Blutung, Schmerzen, Bildung von Zysten,
bei dem Mann nach
der Anamnese der Verletzungen und Operationen des Genitaltraktes, Infektionen, Verordnung der Medikamente.
Diagnostische Vorgänge:
Die Grundfrage für den Arzt ist, ob die Frau fähig ist, eine reife Eizelle zu produzieren, ob es eine ausreichende Menge von motilen Spermien guter Qualität gibt, und ob deren Verbindung im Eileiter der Frau möglich ist.
Grundtest für Frauen:
Es geht um palpatorische Untersuchung und transvaginale Sonographie der Gebärmutter und Eierstöcke mit Rücksicht auf die Phase des Menstruationszyklus.
Ovulationsmonitoring
Solange die Frau einen regelmäßigen Menstruationszyklus hat, kann sie die ersten zwei Teste zu Hause machen und so zu einer guten Planung des Geschlechtsverkehrs beitragen – knapp vor der Ovulation (vor dem Eisprung).
Messung der sog. Basaltemperatur
Bei meisten Frauen bewegt sich die Körpertemperatur am Anfang des Menstruationszyklus – vor der Ovulation - um 36,5ºC und nach der Ovulation steigt sie von 0,5 bis 0,7ºC. Dieser kleiner Temperaturanstieg in der Mitte des Menstruationszyklus kann die vollendete Ovulation bedeuten.
Durchführung des Testes
Ab dem ersten Menstruationstag (1. Zyklustag) misst die Frau täglich gleich nach Erweckung die Körpertemperatur und notiert sie in den Menstruationskalender. Diesen Vorgang wiederholt sie jeden Tag bis zum Menstruationsanfang. In den Menstruationskalender kann sie auch Zeit, Dauer und Stärke der Blutung, Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und Einnahme der Hormonpräparate notieren.
Dieser Test ist jedoch nicht besonders verlässlich.
Testen der Ovulationszeit nach dem Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH)
im Urin
Die Frau kann den Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH) in ihrem Urin mit Hilfe eines speziellen Tests verfolgen. LH kann man im Urin kurz vor der Ovulation feststellen und ein positiver Test bedeutet, dass die Frau mit größter Wahrscheinlichkeit ihre Ovulation binnen 12-36 Stunden haben wird.
Untersuchung der Hormonebene (Bluttests)
Die Blutentnahme in der Zeitspanne vom 1. bis 3. Zyklustag informiert über den Zustand der Eierstöcke, deren Fähigkeit reife Oozyten zu bilden und über die Reaktion auf die die Ovulation unterstützenden Medikamente. Es sind das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH)
Vor der Ovulation ist das Haupthormon, das einen den Oozyten enthaltenden Follikel produziert – das Östrogenöstradiol (E2). Nach der Ovulation entsteht am Eierstock der Gelbkörper (Corpus luteum), das ein anderes Hormon – Progesteron produziert. Das Progesteron hat die Aufgabe, die Gebärmutterschleimhaut auf den Empfang des befruchteten Oozyten vorzubereiten. Erhöhter Progesteronspiegel im Blut im Abstand von 6-7 Tagen nach der vorausgesetzten Ovulation kann Beweis ihres richtigen Verlaufs sein. Es wird ein ganzes Spektrum weiterer Hormonspiegel untersucht, die eine Beziehung zur Funktion der Eierstöcke haben.
Röntgenuntersuchung der Gebärmutter und Eileiter – Hysterosalpingographie – HSG
Durch die Röntgenuntersuchung der Gebärmutter können die Form der Gebärmutterhöhle und die Durchgängigkeit oder Undurchgängigkeit der Eileiter gezeigt werden. Die Untersuchung wird von einem Gynäkologen vorgenommen, der nach Einführung eines speziellen Apparates in die Zervix eine Kontrastsubstanz allmählich appliziert, deren Durchgang mit Hilfe des Röntgens zu sehen ist. Es wird eine Serie von Röntgenaufnahmen gemacht, die die Myome am Uterus, Polypen, Septa und Adhäsionen in der Gebärmutterhöhle zeigen können. Die sofortige Information über die Durchgängigkeit der Eileiter ist sehr wichtig.
Grundtest für Männer – Spermiogramm:
Bei den Männern ist es nötig, die Spermiogrammauswertung zu machen. Solange diese Auswertung lohnenswert sein soll, sollte sie nach 3-4 Tagen der Sexualabstinenz durchgeführt werden. Die durch Masturbation gewonnene Probe sollte binnen 30 Minuten ins Labor, das die Untersuchung durchführt, übergeben werden.
Im Labor wird das Volumen der gewonnenen Probe, die Spermienanzahl pro 1 ml, die Spermienmotilität und Form der Köpfe, Mittelstücke und Schwänze (Morphologie) bewertet.
Solange die Analyse des Spermas eine Abnormalität zeigt, ist es empfehlenswert, die Untersuchung zu wiederholen und bei Wiederholung des Problems einen Urologen (Andrologen, Spezialisten für Infertilität) aufzusuchen.
S. Infertilität des Mannes.