Sie befinden sich hier:  Therapiearten > In vitro-Fertilisation (IVF)

In vitro-Fertilisation (IVF)

Erste Versuche mit künstlicher Befruchtung waren zum erstenmal vor mehr als 25 Jahren (1978) erfolgreich, als das erste Kind in der Welt durch die Methode IVF/ET (Louise Brown - Großbritannien) dank den Ärzten R. Edwards and P. Steptoe geboren wurde. Seitdem wurden über 2 Millionen Kinder durch die Anwendung der Technologie IVF gezeugt. Es handelt sich um einen Komplex der Vorgänge, bei denen direkt mit Gameten - Oozyten und Spermien - außerhalb des Frauenorganismus manipuliert wird - deshalb extrakorporale Befruchtung. Nach Hormonvorbereitung, die die Reifung von höherer Anzahl der Oozyten zum Ziel hat, werden diese knapp vor der Ovulation durch Aspiration direkt von den Eierstöcken in ein spezielles Kultivationsmedium zusammen mit ausgewählten Spermien des Partners übertragen. Nach der Befruchtung kommt es zur Kultivation und der Fertilisationsprozeß verläuft schon ganz natürlich und ohne Eingreifen von außen. Die fertilisierten Oozyten (Embryonen) werden dann zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Vorbereitung vor IVF:


Hormonstimulation: mehrfaches Wachstum von Oozyten erhöht die Möglichkeit der Gewinnung von höherer Oozytenanzahl guter Qualität und nachfolgend mehr Embryonen, die für den Transfer geeignet sind. Die Superovulation wird durch Stimulation der Frau mit Hormonmedikamenten erreicht, wobei die Frau ständig unter der ärztlichen Kontrolle ist.


Oozytenentnahme - pick up: Die Oozytenentnahme von den Eierstöcken wird in kurzzeitiger Gesamtanästhesie unter Kontrolle des transvaginalen Ultraschalls durchgeführt und dauert durchschnittlich 10-20 Minuten. Der Eingriff wird mit einer speziellen Punktionsnadel gemacht, die durch die Scheidenwand bis zum Eierstock gelangt, wovon nachfolgend Oozyten aspiriert werden. Die Patientin ist nach diesem Eingriff etwa nach 2 Stunden nach Hause geschickt.


Spermienentnahme und -vorbereitung: Die Spermienprobe wird vom Partner am Tag der Oozytenaspiration gewonnen, und zwar in einem schallgedämmten zu diesem Zweck bestimmten Raum. 2-5 Tage vor der Spermienentnahme wird Sexualabstinenz empfohlen in der Bemühung die Spermienprobe bester Qualität zu gewinnen. Nach einer kurzen Zeit der sog. Präinkubation (ca 2-6 Stunden), die in wiederholter Spülung und "swim up" der Spermien ins Medium liegt, sind die Oozyten mit Spermien des Partners in einer gemeinsamen Lösung in Menge von ca 50.000-100.000 Spermien pro einen Oozyten fertilisiert. Die Befruchtung ist spontan, die Spermien gelangen durch eigene Bewegung zum Oozyten und dringen durch seine Hüllen durch. Die gemeinsame Kultivation der Oozyten und Spermien dauert 16-20 Stunden. Nach dieser Zeit stellt der Embryologe den Erfolg der Fertilisation (Befruchtung) fest, die durch Anwesenheit von zwei Pronuklei und zwei Polkörper charakterisiert ist. Im Falle, dass der Mann ungewiss ist, ob er fähig ist, das Sperma am Tag der Oozytenentnahme zu gewinnen, hat er die Möglichkeit, es im voraus einfrieren (kryokonservieren) zu lassen. MESA/TESE ist auch eine der Möglichkeiten der Spermiengewinnung beim IVF Zyklus bei Männern, die keine Spermien im Ejakulat haben.
Kultivation der Embryonen: Die Embryonen werden in speziellen Medien im Thermostat 2-5 Tage kultiviert, bis sie in die Gebärmutterhöhle eingeführt werden. Manche überzähligen Embryonen können eingefroren und für eventuelle spätere Benutzung gelagert werden.


Embryotransfer (ET): ist eine Methoe, bei der die Embryonen in die Gebärmutterhöhle der Patientin mit einem speziellen Katheter übertragen werden. Die Embryonen werden mit einer kleinen Menge der Flüssigkeit - des Mediums eingeführt. Dieser Eingriff ist schnell, meistens schmerzlos und braucht keine Anästhesie. Die Anzahl der eingeführten Embryonen ist hauptsächlich vom Alter der Patientin, von der Anzahl der früheren erfolglosen IVF Zyklen und vom Wunsch der Patientin abhängig. Meistens werden 2 Embryonen transferiert. Die Patientin geht etwa nach einer Stunde nach dem ET nach Hause. In zwei Wochen kommt sie in die Abteilung zum Schwangerschaftstest